Fledermäuse auf Vogelsang

      Projekt der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt

    gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen



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Fledermausschutz in unserer Hand

Braunes Langohr Braunes Langohr

Fledermäuse sind Anzeiger für Biodiversität. Als Insektenfresser sind sie ein Spiegelbild für die Vielfalt der Insekten ihrer Umgebung.

Wenn jeden Tag drei Arten auf der Welt aussterben, sind wir gefordert unsere Verantwortung für die Natur wahrzunehmen. Das können wir nicht nur in großen Schutzgebieten wie dem Nationalpark Eifel, sondern auch in unserer nächsten Umgebung, an und in unseren Häusern, Wohnungen und Gärten. 

Fledermäuse- unproblematische Untermieter

Keine unserer heimischen Fledermausarten ist in der Lage, sich ihren Unterschlupf selbst zu bauen. Seit Jahrhunderten nutzen sie Lebensräume in der Nähe des Menschen. 
Anders als wir haben Fledermäuse zwei  räumlich getrennte Wohn- bzw. Lebensbereiche im Jahr, das Sommer- und Winterquartier. Beide Quartierarten suchen Fledermäuse auch an Gebäuden. 
Am häufigsten verstecken sich die kleinen Nachtgeister hinter Holzverkleidungen, unter Dachziegeln oder in engen Mauerritzen. So leben sie meist unbemerkt und konfliktfrei mit uns unter einem Dach.

Zwergfledermaussommerquartier im Dachbalkenzwischenraum

Die meisten Fledermausarten leben auch im Sommer lieber versteckt und haben einen geringen Platzanspruch. Wenige Arten, allen voran das Große Mausohr, bevorzugen geräumige, vom Menschen unbewohnte Dachböden, wo sie frei an den Firstbalken hängen.

Große Mausohren an einem Firstbalken eines Kirchenschiffs

Die insektenarme Zeit „verschlafen“ die fliegenden Säugetiere versteckt in den letzten Winkeln und Ecken, Bohrlöchern, Spalten und Mauerfugen in geeigneten kalten Quartieren, Eiskellern, Bunkern und Zitadellengängen.

Wasser-Fledermäuse in einer Mauerspalte

Nicht nur alte Gemäuer wie Kirchen, Schlösser oder Burgen, sondern auch normale Wohnhäuser und Hochhausblöcke erfüllen die Ansprüche der harmlosen Insektenfresser.

Mögliche Fledermausquartiere am Haus

Fledermausquartiere erkennen

Im Sommer werden die kleinen Nachtkobolde oft bei der Jagd in Hausnähe beobachtet, ohne dass man weiß, woher die flinken Nachtjäger so plötzlich auftauchen. Ein sicheres Zeichen für ein Quartier sind Kotkrümel, die sich unter dem Quartier sammeln oder an der Hauswand unterhalb des Quartiers angeklebt sind.

Fledermauskot Koteinzelteile Langohr-Fraßreste

Der Kot ist schwarz glänzend und zerstaubt unter etwas Druck in seine Chitinbestandteile. An Fraßplätzen von Langohrfledermäusen findet man typischerweise abgebissene Schmetterlingsflügelreste.

Quartiere in menschlicher Obhut sind für Fledermäuse von besonderer Bedeutung. In Wochenstubenkolonien,in denen sich die weiblichen Fledermäuse im Frühjahr versammeln und gemeinsam die Jungen gebären und aufziehen, kann jede Störung, Geräusche, grelles Licht, Gerüche, populationsbedrohend sein.  Vor allem der "Quartier"mangel ist bei den Fledermäusen ein bestandsdezimierender Faktor.

Entscheidend für das Fledermausvorkommen an Gebäuden dürfte die Kombination von Quartierangebot und möglichen Jagdräumen in der Umgebung sein. Bei der Enklave Vogelsang im umliegenden Nationalpark sind diese Voraussetzungen optimal.

Arbeiten in verschiedenen Städten Deutschlands haben gezeigt, dass nahezu alle Fledermäuse Deutschlands, auch an Gebäuden vorkommen können, einige wurden aber vermehrt im städtischen Bereich angetroffen.

 Tabelle nach Redel/FU-Berlin

 

 

 

 


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