Gefährdung von Fledermaus-Gebäudequartieren
Quartierverluste
Um- und Ausbauten oder Abriss, sind die zentralen Ursachen für den Rückgang der meisten Fledermausarten,
ebenso wie das Versiegeln von Ritzen und Löchern im Rahmen von Isolierungsarbeiten und
das Verschließen der Zugänge zu großräumigen Dachbodenquartieren mit engmaschigen Gittern gegen Haustauben.
Letzteres kann mit sehr kleinen Maßnahmen,
dem Offenlassen von Einflugspalten (siehe Seite Bautechnik, links), die Tauben
nicht nutzen können, sehr erfolgreich umgangen werden.
Großräumige Dachbodenquartiere sind
wegen der Konzentration viele Weibchen einer regionalen Population auf
ein Wochenstubenquartier, das über Jahrzehnte von zahlreichen
Fledermausgenerationen traditionell genutzt wird, von besonderer
Bedeutung. Quartierzerstörung bedeutet dann immer gleichzeitig
eine starke Gefährdung der regionalen Fledermauspopulation.
Spaltenbewohnern benutzen im Allgemeinen einen
Verbund von Quartieren, deren wechselweise Nutzung ihre
Überlebensstrategie ist. Dies setzt ein gutes Quartierangebot im
Aktionsradius einer Kolonie für eine stabile Population voraus.
Die Anwendung von Holzschutzmitteln
war Jahrzehnte ein schwerwiegendes Problem im Fledermausschutz, das
heute durch umsichtige Bauleitung (Verwendung von
Heißluftverfahren oder fledermausunschädlicher Mittel,
Beachten der Schonzeiten, etc.) vermieden werden kann.
Durch artgerechtes Bauen können heute an Gebäude vielfach mit einfachsten Mitteln neue Quartiere geschaffen werden.