Fledermäuse auf Vogelsang

      Projekt der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt

    gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen



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Fledermaus-Biologie

Zweimal im Jahr umziehen - leben in Saisonquartieren

Fledermäuse haben einen zweiteiligen Jahresrhytmus.

Den Winter "verschlafen" die kleinen Nachtkobolde in kalten, feuchten Winterquartieren. Den Sommer über sind sie aktiv und beziehen warme und Luft regulierte Sommerquartiere. Nachts gehen die nützlichen Nachtschwärmer in der Sommersaison auf Insektenjagd und schlafen tagsüber. 
In den Zwischenjahreszeiten im Frühjahr und Herbst ziehen die heimlichen Mitbewohner über Zwischenquartiere in ihre jeweiligen Hauptsaisonlebensräume.

Sommerquartiere - Weibchenwohngemeinschaften ("Wochenstuben") und Männchenquartiere

Ab März/April versammeln sich Weibchen in "Wochenstuben", großen Wohngemeinschaften, in denen sie gemeinsam ihre Jungen gebären und aufziehen. Die Jungenaufzucht ist bei Fledermäusen ausschließlich den Weibchen überlassen. Die Männchen verbringen die Wochenstubenzeit einzeln oder in kleinen Gruppen in Männchen-Sommerquartieren.

Zugzeit-Paarungszeit

Die Zugzeit der Fledermäuse ist im Herbst und im Frühjahr, wenn sie zwischen Sommer- und Winterresidenz wechseln. Sie belegen in dieser Zeit Zwischenquartiere, die häufiger gewechselt werden. Wiederfunde beringter Tiere belegen, dass auch die Zwischenquartiere sehr traditionell jedes Jahr genutzt werden. Nach der Auflösung der Wochenstuben gesellen sich die ziehenden Weibchen ab August zu den Männchen in die Zwischenquartiere um sich zu paaren. Die Männchen besetzten diese Quartiere oft schon ab dem Frühjahr.

Auf Erkundungstour - Invasionen 

Im Herbst können Fledermäuse plötzlich und unerwartet durch geöffnete Fenster in der Wohnung auftauchen, sie sind auf der Suche nach neuen Quartieren.Bleibt das Fenster offen wird dieser Hangplatz im Allgemeinen bald wieder verlassen. Ein einfaches Fliegengitter ist ein wirksamer Schutz vor unerwünschtem Einflug. Bei "Invasionen", dem Einflug von mehreren Tieren, hilft ein Anruf bei einem Fledermausexperten ihrer Region (siehe www.fledermausschutz.de), der Sie von den „verflogenen Besuchern“ befreien wird.

Winterquartiere - auf der Suche nach dem geeigneten Kühlfach

Winterquartiere sind vielfältig, Mauerspalten an Häusern, Kellerwände, Höhlen, Stollen und Felsen. Wichtige Bedingungen für den sorglosen Winter"schlaf" einer Fledermaus sind ungestörte, kalte, aber frostfreie Räumlichkeiten. Das Winterquartier hat in der Regel hohe Luftfeuchtigkeit und vor Zugluft geschützte Strukturen zum Aufhängen und Verstecken .

Der Trick mit der Betriebstemperatur

Wie der Igel "verschlafen" die Fledermäuse die kalte nahrungsarme Jahreszeit, wobei der gesamte Stoffwechsel auf ein Minimum reduziert wird. Dazu wird die Körpertemperatur in der Schlafphase auf Umgebungstemperatur abgesenkt, und die Zahl der Herzschläge verringert sich auf wenige Schläge pro Minute. Sie leben den ganzen Winter über von dem im Sommer angefressenen Fettpolster.

Ein auch nur unbeabsichtigtes Wecken der Tiere durch Licht, Lärm, Wärme oder Rauch kann ein Energiedefizit zur Folge haben, das ein Aufwachen im Frühjahr unmöglich macht. Deshalb unterliegen Winterquartiere besonders strengen Schutzmaßnahmen.


Einige Arten ziehen als Einzelgänger in ein klimatisch geeignetes Winterquartier, andere haben in Wintergesellschaften gemeinsame Überwinterungsstrategie entwickelt. Sie hängen in Clustern (dichten Ansammlungen von Fledermäusen), wobei die Gruppe in ihrer Gesamtheit Temperaturdifferenzen auffängt und durch regelmäßigen Wechsel der Individuen von außen nach innen eine relative konstante Temperatur des Clusters erzeugt.

 

 

 

 

 

 


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